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  • Jan Hesselbarth

Abschied und Beginn liegen meist dicht beieinander

Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt... wenn man mich vor 7 Jahren gefragt hätte, was meine Ziele für das Leben sind, dann hätte ich sicher geantwortet, dass ich gerne Berufssoldat werden will und die Funktion als S3-Stabsoffizier meine Traumverewendung sei. Vor 3 Jahren hätte ich gesagt, dass ich mit meiner damaligen Partnerin gerne eine Firma führen würde und auf einem Hof auf dem Land wohnen wollte. Nun, 7 Jahre später, haben sich die Dinge verändert.

Ich verlasse Hamburg. Seit 2013 habe ich in dieser wundervollen Stadt gelebt und so viele tolle Menschen kennengelernt. Hamburg hat mir beigebracht, was es heißt Unternehmer zu sein - und auch was es nicht heißt... Hamburg hat mir große Freude und Liebe aber auch tiefste Enttäuschung gezeigt. Hamburg hat mir beigebracht zu feiern. Und im letzten halben Jahr hat Hamburg mir gezeigt, wie man sich zurück zieht.

Heute habe ich meine neue Wohnung in Bargstedt fast fertig eingerichtet. Ich bezahle hier für 80qm so viel wie in Hamburg für 20qm. Ich kann vom Bett und vom Schreibtisch direkt auf den Wald schauen. Ich habe ca. 1 Minute Fußweg zu meinen Eltern. Das alles fühlt sich genau so genau richtig an.


Ich genieße die Natur und die Ruhe um mich herum. Hier gibt es keinen Stress und keine Menschen, die einen stressen. Der einzige Stress ist der, den man sich selber macht. Die letzten Wochen und Monate in Hamburg waren sehr stressig für mich und ich hatte keine richtige Lust mehr darauf.


Das Jahr 2020 hat mir gezeigt, was ich verändern möchte und was ich anders anpacken will. Das Jahr 2020 hat mich vor die allergrößte Aufgabe meines bisherigen Lebens gestellt. Ich musste mich mit mir selber auseinander setzen. Ich wurde gezwungen, zu mir zu finden. Dafür bin ich zutiefst dankbar. Ich konnte den Wert von Familie und wahren Freunden neu kennenlernen. In meinen dunkelsten Stunden dieses Jahr waren sie da und haben mir ein paar Dinge einfach erleichtert und sich um mich gekümmert - etwas, was ich nie zugelassen habe und auch nie zu schätzen wusste.


Ich bin mir sehr viel bewusster, was meine Fehler in der Vergangenheit waren und auch heute sind. Ich wurde dazu gezwungen, mich damit auseinander zu setzen. Ich vergebe mir und allen anderen ganz bewusst und trage keinen Groll mehr in mir. Ich habe abgeschlossen mit Altem und kann jetzt neues gestalten.


Mit Altem abzuschließen heißt für mich auch, meine Zeit als Soldat zu beenden und meine berufliche Zukunft zu verändern. Daran arbeite ich jetzt schon seit einigen Monaten und ab dem 1.10. werde ich mir eine neue Wirkungsstätte suchen. Wohin es mich beruflich verschlägt weiß ich nicht. Ich weiß allerdings, dass ich der Bundeswehr und unserem Staat als Reservist erhalten bleibe. Ich möchte weiter dienen. Nur unter anderen Voraussetzungen und in einer anderen Art und Weise. Die Bundeswehr gibt mir die nächsten 4 Jahre jedenfalls die besten Möglichkeiten, mich zu entwickeln.


Ich weiß auch, dass ich mein Hobby, die Jagd, wesentlich intensiver ausüben möchte. Die Chance dazu habe ich jetzt bald sehr regelmäßig. Wer weiß, vielleicht bleibt es ja nicht nur Hobby... 🤗


Ich bin dankbar für das Erlebte aus diesem Jahr - auch für all den Mist und den Schmerz. Sie haben mich reifen lassen! Und das ist ein tolles Gefühl.

Ich schaue auf ein frisches, neues und vor allem positives Jahr 2021!

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